Antisemitismus und Rassismus

Gestern war ich auf einer Antonio Amadeus Veranstaltung zu Antisemitismus.
Der O-Ton der Veranstaltung ging dahin, dass es sich dabei wohl um drängendere soziale Probleme handele. Dabei wurde immer ein Vergleich zum Rassismus gezogen, teilweise wurde die Fokussierung auf Antisemitismus zu Ungunsten der muslimischen Bevölkerungsteile angegriffen, die somit antimuslimischen Ressentiments Vorschub leiste. Auf dem Podium war, trotz der im Mittelpunkt stehenden Bezugnahme auf die Parallelen zum Rassismus, nur ein Teilnehmer mit Migrationshintergrund. Beim Blick ins Publikum ließ mich das Gefühl nicht los, das ein Großteil der dort Anwesenden mit Migrationshintergrund nicht so wirklich viel verstanden haben, was ja an Sprachschwierigkeiten gelegen haben könnte.

Wenn auch ich ein Film wäre …

… dann wäre ich wohl Godfather.
Wie die gute Julia auch.

Liebes Tagebuch!

Bin heute mal wieder bei den Grünen vorbei gesurft. War nett da.
Die gute Ska, eine alte (mehr…)

Neues von hier

by Kubse
Photo by Kubse

So nun hat das neue Jahr Begonnen und mein Blog verdient auch wieder mehr Pflege. Für alle die mich lesen: Ein großes Sorry (mehr…)

Femmes ‚R‘ Us

Ditte-Harlov_Johnsson

So macht Feminismus vielleicht doch bald wieder Sinn. Berlin scheint diesen Sommer voll davon zu sein: Hip Hop, Kunst und Film.

Und so deutlich habe ich die Idee von Emanzipation schon lang nicht mehr präsent gehabt. Dieses ganze Gerede in den letzten Wochen und Monaten. Dieser neue Feminismus und die ach so neuen Mädchen einer turbo-neuen Generation. Ich kann es wirklich nicht mehr hören. Wer redet da eigentlich?
Feminismus ist ja in seiner Konsequenz nicht erst seit heute sexy und also gesellschaftstauglich. Ein wenig Emanzipation und Unabhängigkeit macht halt auch den größten Macho an. Da verspricht diese Veranstaltung doch ein wenig Licht ins mythische Dunkel der Bewegung zu bringen. Ich finde, es gehört auch eine gewisse Portion Neugier und ein Mindestmaß an Verantwortungsbewußtsein dazu, die Errungenschaften einer Bewegung nicht nur zu genießen, sondern auch zu wissen, welche das denn eigentlich sind, welche Kraft das Wahlrecht unsere Vorgängerinnen und Vorgänger gekostet hat, welche Opfer für die Einrichtung von Frauenhäusern gebracht wurden und wieviele etwa für den gleichen Lohn für gleiche Arbeit noch erbracht werden müssen. Das geht den neuen FeminstInnen ja zum großen Teil ab. Finde ich schade. Muss ja auch nicht alles gleich irgendwie gelabelt werden.

Femmes 'R' Us

Sonntag

Kolibri by Kriskong

Ich bin in dieser Hinsicht ja ziemlich unbeständig. Aber hier mal wieder ein kleiner Beitrag für die Welt. Mir macht die ganze Angelegenheit hier ja nicht so besonders viel Spass. Wenn ich mir so manche Seiten ansehe, dann frage ich mich, was soll das? Hier gibt es so derart viel Schrott. Ich finde es kaum zum Aushalten. Da könnte mensch seine Zeit auch sinnvoller nutzen. Natürlich kann ich hier meine für mich unglaublich wichtigen Gedanken ins Netz stellen. Ich kann es aber auch lassen. Sobald mensch etwas ausgesprochen oder aufgeschrieben hat, kann es doch auch direkt in die Tonne. Wenn ich also wirklich ein paar tolle Gedanken habe, sollte ich sie dann hier rein bloggen? Oder nicht besser doch ein Buch schreiben, Vorträge halten und mir den Spass bezahlen lassen?

Tempelhof II_Es geht voran

Bergglueck / Raumlabor Berlin
Quelle: Raumlabor

Nach einem gescheiterten Volksbegehren geht es nun daran, die weitere Nutzung des Flughafens Tempelhofs zu konkretisieren. Dafür sind bereits im Herbst 2007 Vorschläge im Rahmen einer vom Senat geleiteten Diskussion via Internet gemacht worden. Drei wurden im November prämiert. Die anderen sind zum Teil recht lustig, etwa ein Erholungspark mit Hotelanlage und so Zeugs. Über sinnvolle Raumnutzung und auch Freizeitgestaltung lässt sich ja bekanntlich auch immer streiten.
Ich für meinen Teil fände ähnliche Ideen wie für den Schlossplatz gut; etwa den Entwurf Bergglueck oder auch eine etwas experimentellere Art der Flächenbebauung nach Art des Innenstadtwaldwohnen-s.
Ich hoffe, es geht bald voran. Ich bin ja so ungeduldig. Würde gern ganz bald sehen, was solle dort entstehen.

Um die Ecke


Photo by Frits Van Egters

Es ist wirklich erbärmlich. Bei mir um die Ecke scheint die Pissroute schlechthin zu sein. Jeden Abend muss ich an urinierenden Männern vorbeilaufen. Gestern waren es zwei im Abstand von nur hundert Metern.
Ich meine, es gibt Kneipen und Imbisse en mass in meinem Viertel. Wieso tut mensch das sich und seiner Umwelt an? Die bemühen sich nicht einmal einen Busch aufzusuchen.
Nun gut. Das Foto jedenfalls ist von Sipke Visser. Einem niederländischen Photographen, der in London lebt und den ich letztens auf einer Ausstellungseröffnung kennenlernen durfte. Dort stellte Karel Staa seine während des Studiums entstandenen Arbeiten zu Schauplätzen und Berichten weinender Marien aus. Eine Freundin hat zudem die Mezzosopranistin mit Begleitung am Jazzklavier gemacht. War sehr nett. Vor allem weil ich sie nun endlich einmal singen hören durfte.

„I just know satisfaction III“

„I just know satisfaction II“

Junichi Kakizaki_Su En Butoh

„I just know satisfaction“

On behalf of our Peace Fostering Nation.

Rundumschlag

undergroundpiccolods

ob der mensch tatsächlich aus berlin kommt. seine t-shirts jedenfalls sind lustig. am besten gefällt mir das whatever shirt.
vielleicht werfe ich ihm bald mein hart verdientes brötchengeld in den rachen.

Ein Requiem auf die Staatlichkeit ?

In Antwort auf einen Faz-Artikel vom 31.Januar 2008.
Meines Erachtens nach geht es bei dieser Diskussion nicht primär um die Frage, ob die Menschen sich durch eine vermeintliche Abdeckung aller möglichen Gefahrenräume, durch Aufzeichnung, Speicherung und damit Verfügbarmachung und Kontrolle von Bewegungen sicherer fühlen. Das tun sie im Zweifel nicht. Vielmehr ist es eine Frage des Selbstverständnisses unseres Staates. Ist es denn Aufgabe eines modernen Staates, Grundrechte einzuschränken um eventuelle Gefahren zu minimieren?
Ausgehend von Hobbes‘ Leviathan ist der Souverän den Beschränkungen unterworfen, die ihn zu einem für die Unterworfenen tragbaren Gebilde machen. Dieses moderne Staatsverständnis gilt nach Ansicht einiger führender Staatsrechtler als antiquiert. Aktuell – und das immer wieder – sei, folgt man ihnen, der Primat, der das Verhältnis Staat – Bürger als ein Absolutes versteht. Danach gehe es um die unbedingte Souveränität des Staates.

Dass das nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, zeigen neuere Entwicklungen in den Internationalen Beziehungen und dem Völkerrecht: in diese, vormals ausschließlich von Staaten gestalteten, Räume drängen immer mehr nichtstaatliche Akteure auf die sich die internationale Staatengemeinschaft einstellen muss, will sie nicht ihren Einfluss und ihre Glaubwürdigkeit einbüßen. Das kann auf die Art geschehen, wie sie Schily derzeit vorgeworfen wird oder es kann in einer verantwortungsvollen und regulierenden Weise von statten gehen.
Gerade auch die Globalisierung und die freie Marktwirtschaft fordern Risikobereitschaft. Da ist die angestrengte Kontrolle eines dieser Wirtschaftsform verpflichteten Staates im Innern und der unbedingte Siegeszug vermeintlicher Sicherheit, gewährleistet durch immer einschneidendere staatliche Eingriffe und in deren Folge der Beschränkung bzw. Aufhebung von Freiheitsrechten ein einziges Paradoxum.
Nicht, dass ich hier partout gegen Staatlichkeit anschreibe. Nein. Diese könnte sich als Reflex aber auch in der Steuerung von kaum mehr überschaubaren Geldtransfers, dem Ausbau und der Harmonisierung des Steuerrechts, der Stärkung und der Effektivierung internationaler Gerichtsbarkeiten ausdrücken. Das freilich kann nicht ein einzelner Staat stemmen, sondern hier braucht es die Kooperation der Staatengemeinschaft.

Heimlichkeit und Wahrheit

Die Tagung der Strafverteidigervereinigung, die vom 29.2. – 2.3. in München stattfindet, wird sich mit verschiedenen Aspekten der neuen Sicherheitsgesetzgebung befassen.
Sind zwar keine Staatsrechtler, sondern Strafrechtler, trotzdem gut. Ihr Programm samt einer Menge interessanter Materialen sind auf deren Homepage abrufbar.

Horst Dreier und die Menschenwürde ?

Das Bundesverfassungsgericht bekommt einen neuen Richter in Nachfolge des Vorsitzenden des 2. Senats und Vizepräsidenten des Gerichts Winfried Hassemer. Dieser neue könnte Horst Dreier sein. Und der nehme es, einem Artikel von Heribert Prantl in der SZ zufolge, nicht allzu ernst mit der Unantastbarkeit der Menschenwürde, sprich des Folterverbots. Obwohl Horst Dreier als SPDler sonst wohl eher liberale Auffassungen vertritt.
Noch übler aber als die Kommentierung von Dreier zu Art. 1 GG („Der Gedanke der rechtfertigenden Pflichtenkollission“ dürfe „nicht von vornherein auszuschließen sein“) kommen Kommentierungen und Aussagen von Staatsrechtlern wie Herdegen und Brugger daher. Dem Letzteren zufolge würden sich die einschlägigen völkerrechtlichen Verbote vorrangig gegen autoritäre und totalitäre politische Systeme richten. Dies impliziere, so Prantl weiter, dass Folter in Europa eine anständige Folter sei, „wenn sie sparsam, zielgerichtet, verhältnismäßig und nur zum Wohl von Verbrechensopfern eingesetzt wird“. Die „eminent starken Widerstände“ gegen eine partielle Aufhebung des Folterverbots, die „vermutlich in der Erfahrung des Dritten Reiches“ wurzeln, bedauere Brugger jedenfalls.

Das Paradigma der Relativität der Menschenwürde solle Dreier, der im nationalen Ethikrat saß, auch für die Humangenetik vertreten: er plädiere wohl ebenso wie Brigitte Zypries für eine Abkopplung der Menschenwürde vom Embryo.

Das sollte verboten werden

Also ich habe in vier Wochen einen neuen Reisepass. Hätte ich auf den klugen Menschen in meiner Umgebung gehört, der mir ans Herz gelegt hat, den Antrag noch vor dem 1. November 2007 zu stellen, dann hätte ich wohl noch ein Jahrzehnt unbeschwert leben können. Nun aber werden meine Fingerabdrücke und meine biometrischen Daten mithilfe zweifelhafter Datentransfers von einem Server zum nächsten geschickt und sammelwütige PolitikerInnen können sie jederzeit abrufen. Ich wusste ja nicht wie doof sich das anfühlt :(

Was soll frau da machen. Mal ganz davon abgesehen davon, dass ein Abkommen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten über die Verarbeitung und Übermittlung personenbezogener Daten und die Entscheidung der Kommission über die Angemessenheit des Schutzes dieser Daten vom EuGH abgebügelt wurde, werden bei Einreise in die Staaten sowieso Fingerabdrücke genommen und diese könnten in Umsetzung der Richtlinie 2004/82/EG des Europäischen Rates zur „Verpflichtung von Beförderungsunternehmen, Angaben über die beförderten Personen zu übermitteln“ den Ministerien und Behörden europäischer Staaten auch zugänglich gemacht werden.
Ich fühle mich ein klein wenig verarscht. Ja …, auch ein klein wenig kriminalisiert.

ergänzt am 20.01.2008

Und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, Daten, die von US-Behörden genommen werden, sind natürlich nicht dasselbe wie Flugpassagierdaten.

Dummy Blog

Dummy habe ich eines schönen Sonntag Mittags auf dem Flohmarkt entdeckt. Ich habe die Ausgaben Sex, Osten, Juden, Frauen und Revolution direkt durchgelesen. Und nun liegen sie schon seit geraumer Zeit in meiner Wohnung so vor sich hin, weil zu schön zum wegwerfen.
Und siehe da, Dummy hat jetzt einen Blog. Find‘ ich toll.
Auch wenn das mit dem Flohmarkt eine Vermarktungsstrategie gewesen sein sollte – was bei Oliver Gehrs auch gut denkbar ist –, so fand ich die Tage nach dem Sonntag doch nett und das Outfit dieser Hefte hat großen Eindruck bei mir hinterlassen.
Auch die Artikel waren erfrischend anders. Der Blog ist nun mal keine Printausgabe. Eben ein Blog. Da wird so Zeug wie der Abgang des Stefan Aus(t) besungen und die Vorbereitung der nächsten Ausgabe dokumentiert.
Aber ich stehe dazu: die Papierversion ist einfach schön aunzuschauen.

TV On The Radio


Foto: Punkcast

nachdem ich sie vor über einem jahr life erleben durfte, mich mit den videos auf utube vergnügen musste und gerade mal zwei songs auf meiner festplatte platzieren konnte, habe ich nun ihre zweite platte.
das ist etwas ganz anderes, sie die ganze zeit mit mir rumtragen und im booklet blättern zu können.
ja sie waren großartig. und sie haben den hauptact bei dieser veranstaltung in den hintergrund treten lassen. massive attack war an diesem tag einfach nicht gut. weiß nicht warum. könnte auch an der akkustik gelegen haben. die arena ist kein guter ort für gute musik.
und sie werden von einem mir wirklich lieb gewordenen label produziert, den touchandgorecords, die u.a. auch cocorosie und enon unter vertrag haben.

toller Hafen

Flughafen Tempelhof von Medienfrech/ Flickr
Foto: Medienfrech „Flughafen Tempelhof“

… und weil diese Räumlichkeiten gar nicht so übel sind, sollten sie weise genutzt werden …

PorYes / PorNo

Oktober Ausgabe 2007

Eine Verstaltung zum Thema „Recht & Geschlecht“ hat mir interessante Einblicke in die derzeitige Diskussion um Porngraphie gegeben.

Feminismus bedeutet in dieser Debatte nicht per se gegen Pornographie zu sein. Versierte LeserInnen kennen wahrscheinlich auch die Argumente der PorYes Verfechterinnen. Diese sind quasi der Gegenpart zur sog. Emma-Position. Alice Schwarzer hat in der Oktober Ausgabe ihres medialen Sprachrohrsdie PorNo – Debatte neu aufgelegt.

Es sprechen gute Gründe dafür die derzeitige Pornografisierung der Gesellschaft kritisch zu betrachten. Darunter werden u.a. der Jugendschutz, Gewaltschutz, Menschenwürde und Respekt angeführt.

Die Gegenauffassung spricht von (mehr…)

Beginners

hallo welt,

das ist also mein blog in building.
meist schreibe ich alles klein. das sind dann solche beiträge, die eher notizen ähneln. hoffe das kommt nicht allzu oft vor. mein eigener anspruch wird mich aber davor bewahren.

auf gute nachbarschaft.